Wenn Worte wirklich Gehör finden

expediam: tu fac ne ventis verba profundam.

„Ich will es dir erklären: Du sorg‘ nur dafür, dass meine Worte nicht wirkungslos vom Wind davongetragen werden.“

– Lukrez, De rerum natura 4,931

 

Ein Appell, über 2000 Jahre alt – und doch vertraut. Worte entfalten ihre Kraft nur dann, wenn sie jemanden erreichen (können). „Ich rede. Hör zu. Aber wirklich.“ Lukrez erinnert uns daran, dass Sprache nicht selbstverständlich wirkt. Worte brauchen ein Gegenüber, das präsent ist.

Wir alle kennen das Gegenteil: Wir sprechen, und dennoch scheint wenig anzukommen. Nicht, weil niemand zuhört, sondern weil etwas fehlt. Vielleicht Verbindung. Oder Offenheit. Oder schlicht die Gegenwart des Gegenübers.

Kommunikation: ein riskantes Unterfangen

Sprache ist kein rein technischer Vorgang. Sie ist Beziehungsgeschehen. Zwischen zwei Subjekten, die einander nie ganz erreichen und es dennoch versuchen. Damit gehen wir ein Wagnis ein, unsere Kommunikation ist riskant, ungewiss in Ablauf, Wirkung und Deutung.

Gerade dort, wo es um Wesentliches geht, etwa in Konflikten und in Beziehungen (u.a. als Gegenstand des Coachings) spüren wir dieses Risiko und die Doppelbödigkeit unseres sprachlichen Wirkens in der Welt. Worte können klären oder verletzen, verbinden oder entfremden. Ihre Wirkung ist nie neutral.

Was Coaching möglich macht

Im Coaching reicht es nicht, die richtigen Worte zu wählen. Entscheidend ist der Raum, in dem sie ausgesprochen werden. Ein Raum, der Deine Worte weder wegwischt noch unkritisch übernimmt, sondern sie hält und hinterfragt.

Als Coach bin ich nicht nur Zuhörer. Ich bin Resonanzkörper: Ich spiegele, was ich höre, frage nach dem, was ungesagt bleibt. Und ganz wichtig: Ich bleibe auch dann, wenn das Gesagte unbequem ist. Genau darin entsteht ein Unterschied. Worte, die sonst im Wind verweht wären, gewinnen Gewicht. Sie werden Teil eines Dialogs, in dem Du dich verstanden fühlst und der Dich wirklich weiterbringt.

Denn Worte, die verstanden werden und zu Dir zurückfinden, schaffen Verbundenheit und können der Beginn Deiner Veränderung sein.

Einladung zum Nachdenken

Wann hast Du zuletzt gespürt, dass Du wirklich angekommen bist mit dem, was Du sagen wolltest?