Deliberando saepe perit occasio.

Durch Abwägen verpasst man oft eine günstige Gelegenheit.

– Publilius Syrus, Sententiae

Neulich sagte eine Coachee nach einem intensiven Gespräch: „Ich nehme so viel mit. Aber im Alltag bleibt dann doch alles beim Alten.“


Ein Satz, der mir als Coach nachhängt, auch weil er so häufig fällt. Viele von uns kennen das Gefühl: Erkenntnis da, Einsicht klar, Richtung bekannt. Und trotzdem passiert …

… nichts.

Nicht aus Unwillen, nicht aus Unwissen. Sondern weil wir zögern. Publilius Syrus bringt das auf den Punkt: Wer zu lange überlegt, verpasst den Moment, in dem sich Veränderung greifen lässt.

Erkenntnis allein verändert kein Verhalten

Erkenntnis hat ihren eigenen Wert. Manchmal ist das bloße Innehalten, das bewusste Wahrnehmen bereits der erste Schritt. Doch wie stets gibt es auch hier ein wenig konstruktives Extrem: Wenn Nachdenken zum Dauerzustand wird. Wenn Klarheit längst vorhanden ist, aber der Schritt ins Handeln fehlt.

Dann braucht es keine zusätzlichen Einsichten, dann braucht es Mut.

Mut fassen in kleinen Schritten

In solchen Momenten ist Coaching keine Bühne für weitere Analyse, sondern ein Resonanzraum für Bewegung.
Ich frage dann:

  • Was hält Dich zurück?

  • Was brauchst Du, um Dich zu bewegen? Und zwar nicht irgendwann, sondern jetzt?

  • Wie groß darf der erste Schritt sein, damit Du ihn wirklich gehst?

Diese Fragen öffnen den Raum zwischen Absicht und Handlung. Denn manchmal ist es nicht der fehlende Wille, sondern das fehlende Zutrauen in die eigene Wirksamkeit, das Bewegung verhindert.

Wichtig dabei: Veränderung hat ihren eigenen Rhythmus. Zu früh kann sie überfordern, zu spät kann sie verpuffen. Die Kunst liegt darin, den richtigen Moment zu finden, der sich für Coachee innerlich stimmig anfühlt.

Einladung zum Nachdenken

Wann war bei Dir das letzte Mal ein Gedanke stark, aber nicht stark genug, um Dich in Bewegung zu bringen?