Vielleicht wirst Du einmal dankbar zurückblicken

revocate animos maestumque timorem

mittite; forsan et haec olim meminisse iuvabit.

 

Erinnert euch an euren Mut, lasst ab von Trauer und Furcht;

vielleicht werden wir uns eines Tages auch daran mit Freude erinnern.

– Vergil, Aeneis

 

Mit diesen Worten wendet sich Aeneas an seine erschöpfte Mannschaft, die zu diesem Zeitpunkt viele Gefahren durchgestanden hat. Es ist ein Moment der Ermutigung mitten im Sturm, eine Einladung, Mut zu fassen, obwohl der Ausgang des Abenteuers noch ungewiss ist.

Solche Momente kennen wir auch heute. Nicht jede Herausforderung ist so dramatisch wie in der Aeneis, doch auch im Alltag gelangen wir an unsere Grenzen: Ein notwendiger Jobwechsel, der Verlust eines geliebten Menschen oder eine schwierige Entscheidung. In solchen Zeiten erscheint der Weg wie von dichtem Nebel verhüllt – das Ziel außer Sicht, das Weitergehen mühsam, jeder Schritt ein Wagnis.

 

Reframing: Die Kraft des Perspektivwechsels

Rückblickend aber zeigt sich oft: Gerade diese Erfahrungen haben uns zu denen gemacht, die wir heute sind. Was in der Gegenwart überfordernd wirkt, erscheint im Nachhinein betrachtet als ein Wendepunkt, als Ausgangspunkt von Entwicklung und Reifung.

Im Coaching sprechen wir hier vom Reframing, dem bewussten Wechsel des Blickwinkels. Statt eine Situation als Scheitern zu betrachten, fragen wir: Welche neue Möglichkeit zeigt sich hier? Was kann ich aus dieser Erfahrung lernen?

Reframing ist kein (!) Schönreden. Es ist ein ehrlicher, zugewandter Versuch, auch im Schwierigen ein Entwicklungspotenzial zu erkennen. „Versuch“ bedeutet hier zugleich, dass wir damit auch scheitern können und dürfen.

 

Coaching als Raum für neue (Be-)Deutungen

Im systemischen Coaching schaffen wir einen Raum, in dem genau solche Perspektivwechsel möglich werden:

Im Rückblick Sinn finden

Viele Coachees berichten, wie sie aus Rückschlägen Stärke gewonnen haben. Im Coaching schauen wir (z. B. im Rahmen der Methode „Timeline“) auf diese Erfahrungen – nicht um sie zu beschönigen, sondern um ihren Wert zu erkennen.

Neue Bewertungen erproben

Was wäre, wenn diese Krise kein Ende, sondern ein Anfang ist? Welche Ressourcen hast Du durch die Herausforderung an Dir entdeckt?

Gestaltungsspielräume nutzen

Reframing bedeutet nicht, passiv zu ertragen (gewissermaßen „gelebt zu werden“), sondern aktiv neu zu gestalten. Es öffnet Handlungsspielräume, die in Deinem alten Deutungsmuster nicht sichtbar waren.

 

Einladung zum Nachdenken

Gibt es eine Erfahrung in deinem Leben, die Du heute anders siehst als damals? Welche herausfordernde Situation hat Dich im Rückblick besonders wachsen lassen? Vielleicht ist es gerade jetzt an der Zeit, einen neuen Blick auf Deine aktuelle Situation zu werfen.

Denn: Vielleicht wirst Du einmal dankbar darauf zurückblicken.