Eingesponnen in Kommunikation

„Wir sind wie eingesponnen in Kommunikation; selbst unser Ichbewusstsein hängt, wie schon früher erwähnt, von Kommunikation ab. […] Wir sind wie eingesponnen in Kommunikation und sind doch – oder gerade deshalb – fast unfähig, über Kommunikation zu kommunizieren.“

Paul Watzlawick – Menschliche Kommunikation

 

Eingesponnen in Kommunikation – Die unsichtbaren Fäden unseres Daseins

In den Worten von Paul Watzlawick ist Kommunikation mehr als nur ein Austausch von Signalen: Sie ist ein feines Netz, in das wir hinein geboren werden und in dem wir existieren. Gleich einem Spinnennetz, das die Luft durchzieht, so durchdringt Kommunikation unser Bewusstsein, unsere Wahrnehmung, unser Denken. Wir sind nie außerhalb von ihr. Sie ist uns ebenso unverfügbar wie die Luft, die wir atmen, und ebenso wie Luft bleibt ihre Struktur, ihre Wirkweise uns im Alltag unsichtbar. Wir sind sowohl die Schöpfer als auch die Geschöpfe unseres eigenen Sprechens, häufig ohne die unsichtbaren Fäden, die uns mit unserer Lebenswelt und unseren Mitmenschen verbinden, wahrzunehmen.

 

Die Paradoxie des Eingesponnenseins

Missverständnisse und Konflikte in der zwischenmenschlichen Kommunikation entstehen nicht immer durch zufällige Fehlinterpretationen, sondern sind häufig das Produkt der vorbewussten Muster, die in unserem Denken und kommunikativem Handeln Ausdruck finden. Paradoxerweise können wir uns in diesen Mustern derart verstricken, dass wir uns innerhalb unserer eigenen Kommunikation zwar sicher und im Recht fühlen, jedoch immer neue Konfliktherde entstehen, ohne dass wir uns unseres eigenen Anteils daran bewusst würden. Das führt uns zur Fragestellung, wie wir als Subjekt unsere eigene Position im Netz der Kommunikation erkennen können. Wir gleichen einem Fisch, der versucht, das Wasser zu begreifen: stets umgeben von dem, was ihn formt, doch niemals in der Lage, es vollständig zu fassen.

 

Der Blick von außen – ein Weg zur Erkenntnis

Es bedarf eines Blicks von außen, einer Perspektive, die nicht in unsere gewohnten Bahnen der Kommunikation eingesponnen ist, um die verborgenen Muster zu erkennen, die unser Sprechen und Handeln bestimmen. Das systemische Coaching bietet diese Möglichkeit: einen Reflexionsraum, in dem auch auf Grundlage verschiedener Perspektiven (z. B. durch zirkuläre Fragen) das eigene kommunikative Verhalten in neuem Licht erscheinen kann. In dieser Begegnung mit der eigenen Sprache öffnet sich ein Fenster zur persönlichen Entwicklung, ein Weg, die unsichtbaren Fäden Deines Kommunikationsverhaltens zu erkennen und sie, sofern gewünscht, Schritt für Schritt in andere Richtungen zu spinnen.

 

Einladung zum Nachdenken

Hast Du je darüber nachgedacht, wie sehr Dein Denken und Sprechen bereits in unsichtbare Muster eingesponnen ist? Welche Fäden aus Erlebtem, Gehörtem, Ungesagtem weben das Netz Deiner Kommunikation – und bist Du Dir ihrer bewusst?

Was würde geschehen, wenn Du für einen Moment innehältst und nicht nur auf Deine Worte hörst, sondern auf die dahinterliegenden, kognitiven Strukturen zu blicken versuchst? Wenn Du die Mechanismen hinter Deinen eigenen Aussagen ergründest, ohne sie sofort vor dir verteidigen zu müssen?

Ich lade Dich ein, mit mir den Raum zwischen Deinen Worten zu erforschen und der Bauart deines Netzes auf den Grund zu gehen.